Depot-Update Mai 2026: Zurück zum 6-ETF-Weltportfolio

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  • Beitrags-Kategorie:Finanzen

Mein letztes Depot-Update stammt von Anfang 2026. Seitdem ist einiges passiert.

Nicht nur an den Märkten, sondern auch in meinem eigenen Depot.

Die größte Veränderung: Ich habe meinen ETF-Sparplan auf den SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF beendet und die komplette Position verkauft.

Damit ist mein Experiment mit der 1-ETF-Lösung vorerst beendet.

Allerdings nicht, weil ich mit dem ETF unzufrieden gewesen wäre. Ganz im Gegenteil: Für mich gehört der SPDR MSCI ACWI IMI weiterhin zu den besten Optionen, wenn man ein globales Weltportfolio mit nur einem einzigen ETF umsetzen möchte.

Der Grund für den Verkauf liegt woanders: Ich möchte in den kommenden Monaten weiter in Immobilien investieren. Dafür benötige ich Liquidität.

Und genau darum geht es in diesem Depot-Update.

Rückblick: Mein 1-ETF-Experiment mit dem SPDR MSCI ACWI IMI

Im September 2024 hatte ich begonnen, meine Neuinvestitionen auf nur noch einen ETF zu fokussieren: den SPDR MSCI All Country World Investable Market ETF.

Der Sparplan lief wöchentlich mit 250 Euro. Auf den Monat gerechnet waren das also 1.000 Euro.

Die Idee dahinter war einfach: maximale Vereinfachung.

Statt mein Depot weiterhin über mehrere ETFs zu besparen, wollte ich testen, wie sich eine echte 1-ETF-Lösung in der Praxis anfühlt. Der SPDR MSCI ACWI IMI bot sich dafür aus meiner Sicht besonders an, weil er Industrie- und Schwellenländer abdeckt und zusätzlich auch kleinere Unternehmen berücksichtigt.

Also ziemlich nah an dem, was viele Anlegerinnen und Anleger suchen: ein möglichst breites Weltportfolio in einem einzigen Produkt.

Bis Mitte April 2026 hatte ich insgesamt knapp 2.088 Anteile des ETFs im Depot.

Dann habe ich den Sparplan eingestellt.

Und kurz darauf auch die komplette Position verkauft.

Der Verkauf: 23.305 Euro Nettoerlös

Der Verkauf fand am 23. April 2026 statt.

Verkauft habe ich meine vollständige Position von 2.087,804598 Anteilen zu einem Kurs von 11,41 Euro je Anteil.

Laut Trade Republic lag mein Bruttogewinn bei 1.955,80 Euro beziehungsweise 8,94 Prozent.

Nach Steuern und Kosten blieb für mich ein Gesamterlös von 23.305,01 Euro. Die Orderkosten bei Trade Republic lagen wie üblich bei 1 Euro.

Das ist kein spektakulärer Gewinn, aber ein ordentliches Ergebnis. Vor allem, weil das Geld nun genau für den Zweck bereitsteht, für den ich es in den kommenden Monaten benötige: weitere Immobilien-Investitionen.

Warum ich den ETF verkauft habe

Wichtig ist mir an dieser Stelle: Der Verkauf hat nichts damit zu tun, dass ich den SPDR MSCI ACWI IMI plötzlich nicht mehr gut finde.

Im Gegenteil.

Ich halte den ETF weiterhin für ein sehr starkes Produkt. Wer ein globales Aktienportfolio mit nur einem einzigen ETF abbilden möchte, sollte sich den SPDR MSCI ACWI IMI aus meiner Sicht definitiv anschauen.

Er ist breit gestreut, einfach verständlich und deckt mit dem MSCI ACWI IMI nicht nur große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab, sondern auch kleinere Unternehmen.

Für mich bleibt das eine der überzeugendsten 1-ETF-Lösungen am Markt.

Mein Verkauf war also keine Entscheidung gegen den ETF.

Es war eine Entscheidung für Liquidität.

Ich plane, in den kommenden Monaten weiter in meine Immobilien zu investieren. Dafür brauche ich Kapital, das zuverlässig verfügbar ist. Und da die Börsen zuletzt weltweit auf sehr hohen Niveaus notierten, erschien mir der Zeitpunkt nicht unvernünftig, um mir einen Teil der benötigten Liquidität frühzeitig zu sichern.

Natürlich kann es sein, dass die Märkte weiter steigen. Dann hätte ich mit dem Verkauf rückblickend Rendite liegenlassen.

Aber das ist nur die eine Seite.

Die andere Seite ist: Würden die Märkte in den kommenden Monaten deutlich fallen, müsste ich später deutlich mehr ETF-Anteile verkaufen, um auf denselben Liquiditätsbetrag zu kommen. Und genau das wollte ich vermeiden.

Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, den Gewinn mitzunehmen und das Kapital für die anstehenden Immobilien-Investitionen bereitzuhalten.

Kein Market Timing, sondern Liquiditätsmanagement

Man könnte den Verkauf jetzt als Market Timing interpretieren.

So sehe ich es aber nicht.

Ich habe nicht verkauft, weil ich glaube, den nächsten Börsencrash exakt vorhersagen zu können. Das kann ich nicht. Und ich würde auch niemandem empfehlen, Anlageentscheidungen auf solche Prognosen zu stützen.

Für mich war der Verkauf vor allem eine Frage des Liquiditätsmanagements.

Wenn absehbar ist, dass ich in den kommenden Monaten Kapital für Immobilien benötige, dann sollte dieses Kapital nicht mehr vollständig dem kurzfristigen Aktienmarktrisiko ausgesetzt sein.

Genau deshalb habe ich den ETF verkauft.

Nicht, weil Aktien plötzlich unattraktiv wären. Nicht, weil der SPDR MSCI ACWI IMI schlecht wäre. Und auch nicht, weil ich glaube, den perfekten Ausstiegszeitpunkt erwischt zu haben.

Sondern weil ich das Geld für einen konkreten Zweck brauche.

Das ist ein Unterschied.

Cash-Reserve: Von Trade Republic zu Scalable Capital

Bislang hatte ich meine liquiden Reserven überwiegend bei Trade Republic geparkt.

Dort werden Cash-Bestände aktuell mit 2 Prozent pro Jahr verzinst. Die Zinszahlung erfolgt monatlich.

Inzwischen habe ich mich allerdings entschieden, mein Cash zu Scalable Capital zu transferieren. Dort liegt die Verzinsung aktuell bei 2,5 Prozent pro Jahr, ebenfalls mit monatlicher Auszahlung.

Der Unterschied klingt auf den ersten Blick nicht riesig. Bei größeren Cash-Beträgen macht ein halber Prozentpunkt aber durchaus etwas aus.

Bei 20.000 Euro Liquidität entspricht ein Unterschied von 0,5 Prozentpunkten immerhin 100 Euro pro Jahr. Nicht weltbewegend, aber auch kein Grund, freiwillig darauf zu verzichten.

Da ich ohnehin bereits ein Depot bei Scalable Capital habe, war der Wechsel für mich unkompliziert. Ich habe das Geld in zwei Schritten übertragen:

  1. von Trade Republic zu meinem Girokonto bei der ING
  2. von der ING weiter zu Scalable Capital

Dort liegt meine kurzfristige Liquidität nun auf dem neuen Tagesgeldkonto von Scalable Capital*, wo sie aktuell etwas besser verzinst wird.

Back to the roots: Mein Depot besteht wieder aus sechs ETFs

Durch den Verkauf des SPDR MSCI ACWI IMI ist mein Depot wieder bei seiner ursprünglichen Struktur angekommen.

Aktuell besteht es wieder ausschließlich aus meinem 6-ETF-Weltportfolio.

Der Gesamtwert dieser sechs ETF-Positionen liegt momentan bei:

220.631,93 Euro

Zum Jahresanfang 2026 lag der Wert bei:

218.465,77 Euro

Das entspricht einem Plus von rund 1,0 Prozent.

Auf den ersten Blick wirkt dieser Zuwachs eher unspektakulär. Vor allem, weil die enthaltenen ETFs in den vergangenen Monaten teilweise eine sehr ordentliche Kursentwicklung gezeigt haben.

Der Grund dafür liegt allerdings nicht in einer schwachen Performance meines Depots, sondern in einer bewussten Entnahme.

Ich habe mich entschieden, einen Teil der Position im iShares MSCI World Small Cap ETF unseren Kindern zu schenken und in deren Kinder-Depots zu übertragen.

Dadurch ist mein eigenes Depot entsprechend kleiner geworden.

Auf die Hintergründe dieser Entscheidung werde ich in einem separaten Artikel noch ausführlicher eingehen. Für dieses Depot-Update ist zunächst nur wichtig: Der geringe Anstieg des Depotwerts seit Jahresanfang erklärt sich nicht allein durch die Marktentwicklung, sondern auch durch diese Übertragung.

Mein aktuelles ETF-Depot im Überblick

An dieser Stelle folgt wie gewohnt der Blick auf die Einzelpositionen meines Depots.

EmittentIndexISINMarktwertGewichtungDividendenrenditeAusschüttungTER
VanguardFTSE North AmericaIE00BKX55R3584.367,76€38,2%0,9%vierteljährlich0,08%
iSharesSTOXX Europe 600DE000263530751.151,01€23,2%2,4%vierteljährlich0,20%
iSharesMSCI Emerging Markets IMIIE00BD45KH8341.321,10€18,7%1,7%halbjährlich0,18%
VanguardFTSE Developed Asia Pacific ex-JapanIE00B9F5YL1818.027,78€8,2%2,1%vierteljährlich0,15%
VanguardFTSE JapanIE00B95PGT3113.308,00€6,0%1,8%vierteljährlich0,10%
iSharesMSCI World Small CapIE00BF4RFH3112.456,27€5,6%-keine0,35%

Die Struktur entspricht wieder meinem ursprünglichen Weltportfolio aus sechs ETFs. Damit bin ich gewissermaßen zurück bei der Strategie, die mich bereits viele Jahre begleitet hat.

Das 1-ETF-Experiment mit dem SPDR MSCI ACWI IMI war für mich dennoch sehr wertvoll.

Denn es hat mir gezeigt, wie angenehm einfach eine solche Lösung sein kann. Ein einziger ETF, ein Sparplan, eine klare Struktur. Für viele Anlegerinnen und Anleger dürfte genau das die beste Lösung sein.

Bei mir persönlich hat sich nun allerdings wieder die frühere Struktur ergeben. Nicht aus dogmatischen Gründen, sondern schlicht, weil ich den zusätzlich aufgebauten SPDR-Baustein verkauft habe und die übrigen sechs ETFs weiterhin im Depot liegen.

Warum ich wieder einen kleinen ETF-Sparplan eingerichtet habe

Obwohl ich aktuell Liquidität sammle, läuft inzwischen wieder ein kleiner ETF-Sparplan.

Der Grund dafür ist die Saveback-Funktion meiner Trade Republic Visa Card.

Um diese Funktion weiter nutzen zu können, benötige ich einen aktiven Sparplan. Da ich einen Teil meiner bisherigen Small-Cap-Position an meine Kinder übertragen habe, lag es für mich nahe, den neuen Sparplan wieder auf einen Small-Cap-ETF laufen zu lassen.

Allerdings bespare ich nicht mehr den bisherigen ETF von iShares.

Der Grund: Den iShares MSCI World Small Cap gibt es weiterhin nur in einer thesaurierenden Variante. Für den neuen Sparplan wollte ich aber bewusst einen ausschüttenden ETF wählen.

Entschieden habe ich mich deshalb für den:

Xtrackers MSCI World Small Cap UCITS ETF
ISIN: IE000ISS8DB2
WKN: DBX0WH
TER: 0,25 Prozent p. a.
Ertragsverwendung: ausschüttend

Diesen ETF hatte ich bereits in meinem letzten Depot-Update erwähnt. In Kürze werde ich ihn noch einmal ausführlicher vorstellen.

Für mich ist er aktuell eine interessante Alternative, wenn man gezielt Small Caps aus Industrieländern abdecken möchte und dabei Wert auf Ausschüttungen legt.

Warum Small Caps für mich weiterhin interessant bleiben

Small Caps waren in den vergangenen Jahren nicht unbedingt der Renditetreiber im Weltportfolio.

Trotzdem halte ich sie langfristig weiterhin für eine sinnvolle Beimischung.

Kleine Unternehmen unterscheiden sich strukturell von großen Konzernen. Sie können volatiler sein, stärker schwanken und längere Durststrecken durchlaufen. Gleichzeitig bieten sie aber auch Zugang zu einem Marktsegment, das in klassischen Welt-ETFs häufig nur gering oder gar nicht enthalten ist.

Gerade weil viele Standard-ETFs stark von den größten Unternehmen der Welt geprägt sind, finde ich eine separate Small-Cap-Position weiterhin sinnvoll.

Nicht zwingend für jedes Depot. Aber für mein eigenes Weltportfolio passt sie nach wie vor.

Wie es jetzt weitergeht

Für die kommenden Monate steht bei mir vor allem ein Punkt im Vordergrund:

Liquidität sichern.

Ich möchte weitere Immobilien-Investitionen stemmen können und halte deshalb aktuell bewusst mehr Cash als sonst.

Das bedeutet nicht, dass ich mich vollständig vom Aktienmarkt verabschiede. Mein 6-ETF-Weltportfolio bleibt weiterhin investiert. Auch der kleine neue Sparplan läuft.

Aber neue größere Aktienkäufe stehen aktuell nicht im Fokus.

Stattdessen geht es darum, flexibel zu bleiben. Wenn die Immobilienpläne konkreter werden, möchte ich nicht gezwungen sein, kurzfristig Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.

Genau deshalb habe ich den SPDR MSCI ACWI IMI verkauft und das Kapital auf die Seite gelegt.

Mein Fazit zum Depot im Mai 2026

Mein Depot hat sich seit dem letzten Update spürbar verändert.

Der SPDR MSCI ACWI IMI ist raus. Der 1-ETF-Sparplan ist beendet. Meine Liquidität liegt inzwischen bei Scalable Capital. Und mein ETF-Depot besteht wieder aus meinem ursprünglichen 6-ETF-Weltportfolio.

Trotzdem empfinde ich diese Entwicklung nicht als Bruch.

Eher als Anpassung an meine aktuelle Lebens- und Investitionssituation.

Der SPDR MSCI ACWI IMI bleibt aus meiner Sicht ein hervorragender ETF für eine einfache Weltportfolio-Lösung. Ich habe ihn nicht verkauft, weil ich ihn für schlecht halte, sondern weil ich das Kapital für andere Zwecke benötige.

Aktuell stehen bei mir Immobilien-Investitionen im Vordergrund. Dafür brauche ich Liquidität, Planbarkeit und Flexibilität.

Mein Depot ist damit wieder etwas klassischer geworden. Weniger Experiment, mehr Back to the roots.

Aber genau das macht langfristiges Investieren für mich aus: eine Strategie haben, aber trotzdem handlungsfähig bleiben, wenn sich neue Chancen ergeben.

Über David

David (40) ist seit über 13 Jahren verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Der Diplom-Kaufmann arbeitet seit 2012 in einer großen Unternehmensberatung und ist dort seit 2018 Prokurist.

Auf Jung in Rente berichtet er seit 2017 über seinen Weg zur finanziellen Freiheit

2022 gründete er außerdem die gemeinnützige Naturschutzorganisation Wilde Wälder, die heimische Wälder erwirbt und deutschlandweit neue Wildnisinseln schafft.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Paul

    Auf dem ING Extra Konto gibt’s zur Zeit mehr als 2,5 % als Sonderaktion für 4 Monate.
    Gruß
    Paul

    1. Jung in Rente

      Hallo Paul,

      Danke für die Information. Ich hatte von dieser Aktion auch schon gehört. Allerdings scheinen nur ausgewählte Bestandskunden hierfür ausgewählt worden zu sein. Ich befinde mich offenbar nicht darunter. Für Neukunden gelten aktuell sogar 3,2 % p.a.* für die ersten vier Monate*.

      Viele Grüße
      David

  2. Paul

    Hallo David,

    das war mir nicht bewusst.
    Dann bin ich „ausgewählt“ 😀
    Danke für die Info.

    Grüße
    Paul

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